VÖW-Blog – Evolution der Werbemittel: Am Anfang war das Feuer

Werbemittel gibt es, seit der Mensch das Feuer entdeckt hat – naja beinahe. Doch Fakt ist: Werbegeschenke gibt es bereits seit den Anfängen von Handelsgeschäften. Anfangs wurden vor allem lokale Spezialitäten, kulinarische Delikatessen, Gewürze oder Keramik als besondere Aufmerksamkeiten verschenkt.

Im Wahlkampf von George Washington im Jahr 1789 – während Europa gerade mit der Französischen Revolution beschäftigt war – wurden zum ersten Mal nachweislich Werbeartikel eingesetzt. Anstecker warben sowohl für die Kandidaten als auch für das neue Wahlrecht der Bürger. Sie wurden noch nicht maschinell produziert, sondern in mühsamster Handarbeit gefertigt.

Der Funkensprung von Werbeartikeln

Bereits vor der Etablierung einer eigenständigen Werbemittelbranche produzierte die Schwan-Bleistift-Fabrik – heute die Schwan-Stabilo Promotion Products GmbH & Co. KG und VÖW-Lieferantenpartner – in  den 1930er Jahren Reklamestifte in den Design-Vorgaben ihrer Kunden. Zwei Jahrzehnte später waren Werbeschreibgeräte wie Füllfederhalter oder Kulis, aber auch Kalender, Feuerzeuge, Lederprodukte und Wanduhren in den jeweiligen Firmen-Farben besonders gefragt. In den 80er Jahren und vor allem mit dem Ausbau der Computertechnologie rückten Taschenrechner in den Fokus der Werbemittelindustrie. Aber auch auf das Design wurde immer mehr Aufmerksamkeit gelegt. Zusätzlich wurden Werbeartikel immer mehr an die Corporate Identity angepasst und somit zusehends individueller.

Werbemittel entwickeln sich weiter

Innovationen bei Produkten gingen einher mit Weiterentwicklungen im Bereich der Werbeanbringungstechnologien, was wiederum zur Verwendung gänzlich neuer Produktgruppen als Werbeträger führte. Auch wenn sich die Produkte an sich im Laufe der Zeit veränderten, ist eines bis heute geblieben: die Möglichkeiten, die haptische Werbemittel bieten, um Botschaften erleb- und greifbar zu machen. „Gerade bei den klassischen Werbemitteln gibt es auch immer wieder neue, spannende Entwicklungen, wie etwa von der Zündholzschachtel über das Einwegfeuerzeug zum Anzünder mit Lichtbogentechnologie. Durch Produktevolutionen ergeben sich laufend neue Möglichkeiten für kreative und innovative Werbestrategien und gleichzeitig bleibt die haptische Erfahrung haften, die im Marketing-Mix nur Werbeartikel vermitteln können“, erklärt Kathrin Schneider, Vize-Präsidentin des VÖW.

Die Entwicklung vom Streichholz zum Feuerzeug – oder umgekehrt?

Die Evolution von Werbeartikeln lässt sich am Beispiel „Feuerzeug“ sehr gut nachvollziehen: Streichhölzer und Feuerzeuge sind allseits bekannte und durchwegs beliebte Werbemittel. In den meisten Haushalten und in vielen Taschen findet man mindestens eines dieser Werbegeschenke inklusive Firmenlogo. Als Streuartikel übermitteln die Feuerbringer Markenbotschaften an eine Vielzahl von Menschen und kommunizieren Werbenachrichten, bei guter Qualität, häufig und langfristig. Dank der optimalen Oberflächen von Streichholzschachteln oder Feuerzeugen eignen sich die Artikel hervorragend als Träger von Firmensymbolen.

Doch wie kam es von der Entwicklung des Streichholzes zum Feuerzeug? Fun Fact: Das Feuerzeug wurde bereits vor dem Streichholz erfunden.

Erstmals Feuer gefangen

Aus dem Zeug, mit dem man Feuer macht wurde im 19. Jahrhundert ein einzelnes Gerät – das Feuerzeug. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts schuf der Italiener Luis Peyla die Basis für die ersten chemischen Feuerzeuge. Aber erst etwa ein Jahrhundert später baute der Deutsche Johannes Wolfgang Döbereiner das erste tatsächliche Platinfeuerzeug. Die Urform des modernen Feuerzeuges entzündet den Wasserstoff im Inneren mithilfe eines Platinschwammes. 1903 entdeckte der österreichische Chemiker Carl Auer von Welsbach das Zündmittel Cereisen – eine Mischung aus Eisen und Cerium – das bis heute in Einwegfeuerzeugen verwendet wird.

Cereisen und die Möglichkeiten der Massenproduktion ermöglichten das heute übliche Einwegfeuerzeug. In den letzten Jahrzehnten erfreuten sich die elektrischen Feuerzeuge immer größerer Beliebtheit, auch, da sie durch die Herstellung in großen Mengen deutlich erschwinglicher wurden. Der niedrige Preis und die hohe Funktionalität machen die elektrischen Zünder zu optimalen Streuartikeln.

Zünd-, Streich- und Schwedenholz

Streichhölzer hingegen gibt es erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts, also knapp ein Jahrhundert später als die ersten Feuerzeuge. Damals entwickelte der Chemiker Rudolf Christian Böttger die ersten Zündhölzer, die gefahrlos produziert und auch (relativ) gefahrlos entzündet werden konnten. Vorige Modelle brannten oft unregelmäßig und verbreiteten äußerst unangenehme Gerüche. Das Patent verkaufte der Erfinder an die schwedische Zündholzindustrie, weshalb Streichhölzer lange Zeit „Schwedenhölzer“ genannt wurden.

Das Kuriosum Streichholz

In Deutschland gab es sowohl zu Zeiten des Deutschen Reichs als auch von 1949 bis 1983 dank dem schwedischen „Zündholzkönig“ Ivar Krueger ein staatliches Zündwarenmonopol. Der Schwede hatte dem durch den Ersten Weltkrieg wirtschaftlich geschwächten Deutschland eine Anleihe in Millionenhöhe gewährt und somit wurde das Monopol erst nach der Rückzahlung aufgehoben. Aus dem Konzern des Zündholzkönigs ging die Firma Europe Match hervor, die bis heute täglich 1,5 Millionen biologisch abbaubare Zündholzschachteln und –briefchen produziert.

Vorsicht geboten ist vor allem beim Abschaben der Zündmasse von den Hölzchen – wer zu große Mengen der Zündmasse besitzt, verstößt gegen das Sprengstoffgesetz!

Der neueste Streich – Feuer ohne Flamme

Und was ist der neueste Clou bei den Feuerbringern, fragen Sie nun? Die Antwort lautet Lichtbogen-Feuerzeuge. Sie entzünden Kerzen ohne Flamme, dafür mit einem „Lichtbogen“, der zwischen zwei Elektroden gebildet wird. Weil sie elektronisch und somit ohne Benzin oder Gas funktionieren, sind sie weit futuristischer und können einfach an der Steckdose aufgeladen werden. Die stabförmigen Lichtbogen-Feuerzeuge sind besonders wind- und wetterresistent und bieten dennoch optimal Platz für Werbebotschaften!

 

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